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Im Interview mit Katie Walsh: Surfing To Cope

Wir waren im Interview mit Katie Walsh, Filmregisseurin des emotionalen Surffilms „Surfing To Cope“ mit Profi Surferin Brianna Cope:

Brianna Cope, Surfing To Cope
Brianna Cope in „Surfing To Cope“

Hier könnt ihr exklusiv das Interview mit Katie Walsh nachlesen:

1. Der Film „Surfing to Cope“ wird in den letzten Tagen und Wochen auf mehreren Surf Film Festivals vorgestellt. Wie hat der Release des Filmes deine Karriere beeinflusst, und wie hat er dich persönlich beeinflusst? 

„Ich bin so dankbar, dass dieser Film weltweit so gut ankommt. Als Brianna und ich mit diesem Film begonnen haben, war unsere Motivation immer die, andere Menschen zu inspirieren und eine Message über das eigene Durchhaltevermögen und Selbstakzeptanz hinaus zu tragen. Unsere Vision jetzt klar und deutlich vor uns liegen zu haben, ist für uns beide aufregend und gleichzeitig schwierig. Dieses Erlebnis hat mich an die Macht der Filmbranche erinnert und welch große Verantwortung damit einher geht, wenn man eine intime Geschichte einer Person in die Welt hinaus trägt. 

Für mich persönlich war es eine großartige Reise. Ich habe an diesem Film 3 Jahre lang gearbeitet. Während der Produktion bin ich Mutter geworden. Meine Tochter Quinn war ein Säugling, als wir für den letzten Shoot nach Hawaii gereist sind. Diesen Film zu Ende zu führen, während man sich gleichzeitig um ein Neugeborenes kümmert, ist eine Leistung auf die ich sehr stolz bin und eine Leistung, die ich nicht so schnell vergessen werde.“

„I’m so grateful that this film is resonating with audiences world-wide. When Brianna and I set out to make this film, our motivation was to inspire others and spread a message of perseverance and self-acceptance. To see our vision come to life has been both exciting and humbling. This experience has reminded me of the power of filmmaking and the great responsibility that comes with telling someone’s personal story. 

For me, personally, it’s been an amazing journey. I worked on this film over the course of three years and, in the middle of production, I had a baby. My daughter Quinn was an infant when she and I traveled to Hawaii for our final shoot. Finishing this film, while juggling a new baby, is an accomplishment that I’m very proud of and one that I won’t soon forget.

2. Wie hast du Brianna Cope eigentlich kennen gelernt? Kanntet ihr euch schon vorher?

„Ich habe Brianna während ihrer Surfkarriere kennen gelernt. Ich habe erst später von ihrer persönlichen Geschichte erfahren; die Herausforderungen und Schwierigkeiten die sie überwunden hat und die, die ihr noch bevor stehen. Ich habe realisiert, dass da sehr viel mehr in Brianna steckt als das was die meisten Menschen auf den ersten Blick sehen.“

„I met Brianna while covering her surf career. It wasn’t until later that I learned about her personal story; the challenges she had overcome and those still ahead. I realized there was much more to Brianna than what most people knew.

3. Wieso hast du dich dazu entschieden, diesen Film zu drehen? War es deine Idee Brianna’s Geschichte zu verfilmen, oder hat dich Brianna selbst darauf angesprochen?

„Ich bin auf Brianna zugegangen und habe ihr von meiner Vision erzählt, wie dieser Film, ihre Story, anderen helfen könnte. Positiven Einfluss auf das Leben Andrer zu nehmen hat Brianna immer motiviert ihre private und sehr persönliche Geschichte öffentlich zu erzählen.“

„I approached Brianna and shared my vision for how this film, and her story, could help others. It was the idea of making an impact in someone else’s life that really motivated Brianna to share a story that was private and personal to her.“

Surfing To Cope, Brianna Cope
Brianna Cope in „Surfing To Cope“

4. „Surfing to Cope“ ist ein sehr emotionaler Film. Wir können es uns bloß vorstellen wie schwer es für Brianna gewesen sein muss, über diesen Film zu sprechen. Wie war der Filmprozess für dich? Hat es dich berührt und gab es Schwierigkeiten während des Drehs? 

„Brianna hat sehr lange gebraucht, um sich zu öffnen und ihre Geschichte zu erzählen. Das sehr emotionale Interview, dass du am Ende des Filmes siehst, fand nicht bis zu unserem letzten Drehtag statt; fast zwei Jahre nach Drehbeginn. Bis zu diesem Moment war nicht einmal Brianna bewusst, wie sehr sie ihr Defizit sie bis dato beeinflusst. Es war ein sehr emotionaler Moment für uns alle und ein Durchbruch für sie persönlich. Ich fühle mich geehrt mit ihr diesen Moment zu teilen, sowohl als Filmemacherin als auch Freundin.“
 
„It took Brianna a long time to open up and completely share her story. The very emotional interview you see in the film did not take place until our final shoot; almost two years after we began filming. Until that moment, I don’t think even Brianna fully realized how much her birth defect continued to affect her. It was a very emotional moment for us all and a break through for her. I was honored to be there with her, as both a filmmaker and her friend.“

5. Leider, gibt es immer noch sehr viele Hindernisse für Frauen in der eher Männerdominierenden Welt des Surfers anerkannt zu werden. Brianna hat in ihrem Film erzählt, wie Surferinnen neben ihrer Profi Karriere auch modeln, um gesehen zu werden. Kannst du uns mehr über die Rolle der weiblichen Filmregiesseurinnen in diesem Bereich erzählen? Wie ist die Situation hier?

„Es gibt definitiv weniger Möglichkeiten für Regisseurinnen, genauso wie es weniger Möglichkeiten für Surferinnen gibt. Wenn ich Brianna anschaue, dann sehe ich eine Frau, die ihren Traum aktiv verfolgt; sie ist entschlossen und macht es möglich. Ich bewundere diese Qualität in Brianna sehr. Ich glaube, ich tu es ihr gleich, wenn ich an meine eigene Karriere denke; es gibt nicht genug Filme über Sportlerinnen und es gibt nicht genügend Möglichkeiten für Regisseurinnen. Deshalb nehme ich das Zepter selbst in die Hand und schaffe mir meine eigenen Möglichkeiten. Es ist kein einfacher Weg, aber es ist eine Reise, die es wert ist.“

„There are definitely fewer opportunities for women directors just as there are fewer opportunities for women surfers. When I look at Brianna, I see a woman who is actively pursuing her dream; she’s determined and she is making it happen. I admire that quality in Brianna very much. I think I am doing the same in my career; I feel there are not enough films about women athletes and not enough opportunities for women directors so I’m taking control and creating those opportunities for myself. It’s not an easy road but it’s a journey worth taking.“

 

Surfing To Cope, Brianna Cope
Brianna Cope in Surfing To Cope

6. Welche anderen Projekte hast du für die nahe Zukunft geplant?

„Ich habe gerade einen kurzen Film über junge Frauen und Männer fertig gestellt, die von einem prominenten Arzt der Sportgemeinde sexuell missbraucht wurden. Der Film lief diesen Sommer in den USA bei den ESPY Awards 2018. Es war eine unglaubliche Ehre diese Geschichten erzählen zu dürfen und den Betroffenen zu helfen, wenn sie für Gerechtigkeit kämpfen. 
 
„I just finished a short film about young women and men who were sexually abused by a prominent doctor in the sports community. The film aired during the 2018 ESPY Awards in the U.S. this summer. It was an incredible honor to share this story and to help these survivors as they fight for justice.  If you’d like to check out that film, you can screen it here: http://www.espn.com/video/clip?id=24152131″

7. Was ist dein Lieblings-Surf-Spot? Oder falls du keinen hast (oder ihn uns nicht verraten möchtest ;)), gibt es einen Ort auf der Welt, den du noch gerne sehen (und surfen) würdest? 

„Ha! Ich lebe in Südkalifornien. Es gibt also viele schöne Orte zum Surfen. Ich würde sagen, mein Lieblings Surfspot ist der, der an einem Tag der ruhigste ist.“

„Ha! I live in Southern California so there are so many beautiful places to surf. I would say my favorite spot is the one that is the quietest on any given day :)“

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Tina Kempka

The author Tina Kempka

Ich liebe das Meer, ich liebe die Berge, ich liebe das Abenteuer. Die Leidenschaft für das Schreiben habe ich vor nicht allzu langer Zeit zu einem festen Bestandteil meines Lebens gemacht. Egal auf welchem Terrain oder Fleckchen Erde ich mich bewege, ich versuche immer eine interessante Story zu Papier zu bringen. Als Kind wollte ich Meeresbiologin, Forscherin und Journalistin werden. Heute schreibe ich über das Meer, den Umweltschutz und den Lifestyle der Actionsportszene.