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Grüner Kurs – Wie LAAX mit “Greenstyle” den Schnee sichern will

(c)Gaudenz Danuser

LAAX ist bekannt als eines der besten Freestyle-Hotspots der Welt. Es warten hier knapp 224 Pistenkilometer, unzähligen Powder-Hänge, die größte Halfpipe der Welt, vier Snowparks und eine Pro Kicker-Line in olympischer Größe. Dazu braucht es eine Menge Schnee und viele Ressourcen. Was aber wenn alles aufgebraucht ist? LAAX antwortet mit “Greenstyle”.

Das LAAX Greenstyle-Konzept

Klar, wir hatten diese Saison erst einen extremen Wintereinbruch. Doch einen frühen Saisonstart Ende Oktober hatten wir schon lange nicht mehr. Stattdessen werden die Winter immer wärmer, die Schneefallgrenze steigt und die Saisons werden insgesamt kürzer. Für viele Skigebiete ist dies eine große Herausforderung. So auch für LAAX. Um dennoch künftigen Generationen den Schnee zu sichern, hat sich LAAX ein hohes Ziel gesteckt: In naher Zukunft wollen sie das erste selbstversorgende, CO2-neutrale Winterresort der Welt werden.

Ihr fragt euch wie sie das umsetzen wollen? Den ersten Schritt machte LAAX mit der Einführung des Nachhaltigkeitskonzepts “Greenstyle“ im Jahr 2010. Seither verfolgt LAAX mit großen und auch kleinen Schritten einen radikal grünen Kurs. Einige Projekte wurden bereits erfolgreich umgesetzt, andere sind noch in der Pipeline. Wir haben uns das Ganze mal etwas genauer angeschaut und stellen euch ein paar der Maßnahmen vor.

© LAAX

So wird Energie frei

Bereits heute schöpft LAAX 100 Prozent des Strombedarfs aus CO2-neutralen Quellen. Ein sehr großer Anteil an Strom wird dabei durch Wasserkraft, Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen gewonnen. Da die Region sehr sonnen reich ist, vergrößert LAAX zusätzlich stetig den Anteil an Solarstrom. Daher werden beispielsweise an sämtlichen neuen Liftstationen Solaranlagen verbaut. Damit decken sie ca. 25-30% des jährlichen Bedarfs an Strom.

Aber nicht nur die Energiegewinnung, auch der sparsame Einsatz von Energieressourcen ist sehr wichtig. Im Skigebiet müssen täglich 224 Pistenkilometer für den nächsten Tag präpariert werden. Um die Pistenpflege möglichst effizient und energiearm zu gestalten, wurden alle Pistenfahrzeuge mit einem Motordatasystem ausgestattet. Die neuen Systeme zeigen dem Fahrer die optimale Drehzahl an und minimieren damit den Dieselverbrauch.

Solar an den Gondelstationen ©Gaudenz Danuser

Das größte Potenzial für Energiesparmaßnahmen liegt aber in den Gebäuden selbst. Beim Gebäudebau setzt LAAX erfolgreich die Philosophie von Plus-Energie mit positiver Energiebilanz um. Plus-Energie bedeutet, dass ein Gebäude mehr Energie produziert, als es verbrauchen kann.

Damit wird eine 100 Prozent regenerative Energieversorgung und ein emissionsfreier Betrieb der Gebäude erreicht. Den Strom ziehen die Gebäude durch regionale Wasserkraft. Die Wärmeerzeugung wird durch eine Pelletheizung gesichert. Ein Beispiel das dieser Ansatz gut funktioniert, zeigen die Gebäude des „rocksresort“ an der Talstation. Das Hotel wurde 2017 sogar mit dem World’s Best Green Ski Hotel Award ausgezeichnet.

Die rockresorts direkt an der Talstation zeigen grün ©Dani Ammann

Zero Waste Recycling

Die Herstellung von Rohstoffen verschlingt bis zu 95 Prozent mehr Energie als die Wiederverwertung. Zero-Waste Recycling ist daher ein guter Ansatz, um seinen ökologischen Fußabdruck zu verringern. LAAX setzt diesen Ansatz in ganz verschiedenen Maßnahmen um.

So werden die Banner der LAAX OPEN beispielsweise nach dem Contest zu Taschen, Rucksäcken und Laptophüllen weiter verwertet und verkauft. Weiter findet man am Berg und im Tal selbst entwickelte Recyclingcontainer. Ohne groß nachzudenken lassen sich damit PET-Plastikflaschen und Alu ganz einfach von Restmüll trennen.

Helfer beim jährlichen Clean Up Day ©LAAX

Außerdem setzt die beliebte Winterdestination auf Mehrweg- statt auf Einwegsysteme. Hier ersetzt das Gebiet beispielsweise sukzessiv mit den KeepCups die Coffee-to-go-Einwegbecher. Trotz vieler dieser Maßnahmen gibt es weiterhin viele Leute, die ihren Müll einfach liegen lassen. Um die Berge davon zu befreien, ruft LAAX jedes Jahr im Frühling einen Clean Up Day aus. Jeder ist bei den Clean Up Days willkommen. Es lohnt sich nicht nur für die Umwelt. Alle Teilnehmer werden sogar mit einer Tageskarte und einem Mittagessen belohnt.

Übrigens: Eine PET-Flasche überlebt in den Bergen mehr als 500 Jahre. Ein Zigarettenstummel verschmutzt bis zu einem Kubikmeter Schnee.

Regionalität at its best

LAAX besitzt zahlreiche natürliche Wasserquellen und damit eine der wertvollsten regionalen Ressource, die fast unerschöpflich ist. LAAX nutzt diesen Vorteil zum Guten für die Umwelt. So können sich Besucher in LAAX das Bergquellwasser über Trinkbrunnen kostenlos in Refill-Flaschen abfüllen. Aktuell gibt es im Tal acht “Drink Water” Brunnen. LAAX fördert zudem besonders regionale Produkte. So wird in der Gastronomie vor allem mit Ökolabeln und saisonalen Produkten aus der Region gearbeitet.

Das sind nur ein paar beispielhafte Maßnahmen, die LAAX mit dem Greenstyle-Konzept bisher umgesetzt hat. In den letzten sieben Jahren reduzierte das Skigebiet bisher übrigens den Energiebedarf um 15 Prozent. Bis sie das erste selbstversorgende Skiresort der Welt sind, ist es noch ein langer Weg. Aber das Wichtigste: Hier passiert etwas!

Wenn ihr mehr über LAAX Greenstyle-Konzept erfahren oder euch selber engagieren wollt, schaut doch mal auf ihrer Seite vorbei: www.laax.com/infos/greenstyle

LAAX Vision hinter Greensytle
Tags : FreeskiLaaxSnowboarden
Nadja Schmidt

The author Nadja Schmidt

Hi, ich heiße Nadja und komme aus München. Sei es das Snowboarden oder Surfen – ein Brett unter meinen Füßen macht mich glücklich. Wenn ich nicht gerade im Büro sitze, findet man mich draußen in den Bergen oder im Meer. Durchs Schreiben für und mit dem GOODTIMES MAG will ich diese Leidenschaft mit Gleichgesinnten teilen und gleichzeitig neue Inspirationen finden.

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